Hannover/ Wiesbaden - Die Zahl der Abtreibungen in Niedersachsen ist entgegen dem Bundestrend im ersten Halbjahr 2010 leicht gestiegen. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte, wurden zwischen Januar und Juni 2010 insgesamt 4.273 Schwangerschaftsabbrüche in Niedersachsen gemeldet. Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum 3.932.
Bundesweit ist die Zahl im zweiten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahr leicht gesunken. Dem Bundesamt zufolge, wurden im April, Mai und Juni 2010 rund 27.400 Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland gemeldet und damit 1,2 Prozent oder gut 300 weniger als im zweiten Quartal 2009.
Knapp drei Viertel (73 Prozent) der Frauen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen ließen, waren zwischen 18 und 34 Jahren alt. 15 Prozent der Schwangeren waren zwischen 35 und 39 Jahren, acht Prozent älter. Der Anteil der unter 18-Jährigen betrug vier Prozent. 40 Prozent der Frauen hatten vor dem Eingriff noch keine Lebendgeburt.
Den Angaben zufolge wurden 97 Prozent der Schwangerschaftsabbrüche nach der Beratungsregelung vorgenommen. Danach ist eine Abtreibung in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft straffrei, wenn sich die Frau bei einer anerkannten Stelle hat beraten lassen. Drei Prozent der Abtreibungen wurden wegen medizinischer Gründe oder einer sogenannten kriminologischen Indikation vorgenommen, zum Beispiel nach einer Vergewaltigung.
Text: EPD









