Soziale Wahrnehmung

Frauen und Männer sind anders

Tübingen - Frauen und Männer sind anders. Wissenschaftler der Universität Tübingen haben festgestellt, dass sich die soziale Wahrnehmung zwischen den Geschlechtern deutlich unterscheidet, wie die Hochschule am Dienstag mitteilte.

So lassen sich Frauen deutlich stärker als Männer von negativen Vorurteilen beeinflussen. Bei einer Übung mussten Frauen und Männer Bilder in eine Reihenfolge ordnen. Obwohl frühere Studien gezeigt hatten, dass es dabei keine geschlechtsspezifischen Unterschiede gibt, bekam bei der jetzigen Studie eine Gruppe von Frauen und Männern die falsche Information, dass Frauen bei dem Test besser abschnitten. Die andere Gruppe erfuhr, dass Männer bessere Ergebnisse erzielten. Resultat war, dass sich Männer durch negative Informationen weniger beeinflussen ließen. Die Forscher vermuten, dass Frauen auch in anderen Bereichen des Alltags durch Vorurteile gegen sie, etwa im Hinblick auf Einparken oder mathematisches Denken, stärker beeinflussbar sind als Männer.

In einer zweiten Studie konnten die Wissenschaftler einen weiteren geschlechtsspezifischen Unterschied zeigen. Bei Frauen wird eine Gehirn-Region zur Bewertung von sozialen Wahrnehmungen deutlich früher als bei Männern aktiviert. Frauen erkennen somit sozial relevante Inhalte früher und benötigen weniger Informationen als Männer, um Situationen bewerten zu können. Die auf soziale Interaktionen ansprechenden Gehirnregionen sind bei Männern und Frauen identisch, reagieren bei Frauen aber früher.

Text: KNA

Diese News wurde am 18.05.2010 um 20:42 Uhr von Redaktion veröffentlicht.
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