
Für die meisten ist eine Party ein Event, auf dem gefeiert und getanzt wird. Das sollte außer Frage stehen. Doch es gibt noch eine andere Seite. „Eigentlich macht alles Spaß“, sagt Fee Ricker und meint damit nicht nur die Party selbst, sondern auch die Organisation. Fee ist Auszubildende im zweiten Lehrjahr bei der Weser-Ems-Halle in Oldenburg. Sie organisiert mit ihren Mitazubis das „Finale Grande“. Bei allem Spaß – für sie ist es trotzdem auch viel und harte Arbeit rund um das Event.
Das „Finale Grande“ ist die große Oldenburger Party für Auszubildende, Schüler und Freunde – und das am 14. Juli bereits zum zehnten Mal. Die Geschichte des Events beginnt im Jahr 2003: Jan-Axel Wartemann, Geschäftsführer der Weser-Ems-Halle Oldenburg GmbH & Co. KG, möchte die Halle 7 in den Sommermonaten besser auslasten. Sie ist mit 2500 Quadratmetern die zweitgrößte Halle im Veranstaltungskomplex.
Dazu gibt er den Azubis den Auftrag, sich eine eigene Veranstaltung auszudenken. Das Ergebnis: eine große Party für alle diejenigen, die ihre Zeit als Auszubildende oder Schüler beendet haben – das „Finale Grande“.
Das Besondere an dieser Veranstaltung ist bis heute, dass Planung und Organisation komplett in der Hand der Azubis liegen. „Sie managen alles von der Gestaltung des Flyers über die Auswahl und Betreuung der Künstler bis hin zur Abrechnung“, sagt Tineke Achtermann, Projektleiterin bei der Weser-Ems-Halle. Sie steht dem Team bei Fragen hilfreich zur Seite. Durch die langjährige Erfahrung, die die Azubis von Lehrjahr zu Lehrjahr weitergeben, sei diese Hilfe aber nur selten wirklich nötig.
Aktuell absolvieren zwölf junge Menschen ihre Ausbildung bei der Weser-Ems-Halle: sechs im technischen Bereich – sie werden zu Fachkräften für Veranstaltungstechnik ausgebildet – sowie sechs angehende Veranstaltungskauffrauen und -männer. Es ist für sie kein Kinderspiel, so eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen: „Die Planungen beginnen in der Regel ein Jahr vorher“, erläutert Achtermann. „Die Wochen vorher steigt das Pensum dann durchaus auf einen halben Tag, wobei die Azubis natürlich auch parallel die Arbeit in ihren Abteilungen erledigen müssen.“
Fee Ricker ist momentan sogar den ganzen Tag mit der Planung der Party beschäftigt. Die ganze Promotion, wie zum Beispiel die Verteilung der Flyer oder die Schaltung von Anzeigen, will genauso geplant werden wie die Dekoration. Aber auch die Besonderheiten der Location müssen berücksichtigt werden. Erst recht, wenn sie – wie in diesem Jahr – neu ist: Denn das „Finale Grande“ 2012 soll in der EWE Arena und in Halle 4 steigen.
„Man muss schon ein wenig mehr überlegen, als es bei der Halle 7 der Fall ist“, sagt Fee Ricker. Viele Aspekte, die einen reibungslosen Ablauf der Party garantieren sollen, müssen bedacht werden. So gilt es unter anderem, den veränderten Aufbau der Technik mit entsprechenden Sicherheitsrichtlinien in Einklang zu bringen. Zum Grund für den Umzug, der ja immerhin einen größeren Aufwand für die Azubis bedeutet, sagt Tineke Achtermann: „Das Jubiläum soll etwas Besonderes werden, und in der EWE Arena hat ja bisher noch keine Party stattgefunden. Neue oder unbekannte Locations sind oft interessanter für die Leute.“
Seit jeher zu den Aufgaben der Azubis gehört auch die Programmplanung. Und die ist schon seit der ersten Party sehr vielfältig. Viele verschiedene Musikrichtungen waren dabei, und es wurden im Laufe der Jahre sehr bekannte Künstler auf die Bühne geholt. So haben hier zum Beispiel schon Silbermond, Liquido, Ferris MC, Klee, die Vinylshakerz oder auch Jan Wayne ihr Können zum Besten gegeben.
Bemerkenswert: Es gibt auch Acts, die von sich aus auf die Veranstalter zukommen und fragen, ob sie auf dem „Finale Grande“ spielen dürfen. „Uns freut es natürlich sehr, dass die Acts sich bei uns melden“, sagt die angehende Veranstaltungskauffrau Fee Ricker nicht ganz ohne Stolz in der Stimme. Und auch auf Künstler, die sich bereits bewährt haben, greifen die Azubis gerne zurück: „Nach dem letzten Jahr war es klar, dass wir DJ Dope wieder dabeihaben wollten. Der hat einen super Job gemacht und uns in dem Projekt voll unterstützt.“
Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehen – auf einer Party, auf der die meisten tanzen und feiern und einige auch hart arbeiten. Eines scheint indes alle zu verbinden: der Spaß am „Finale Grande“.















