
Cloppenburg - Mitglieder des VSR-Gewässerschutzes (Geldern) beklagen hohe Nitratbelastungen im Grundwasser im Landkreis Cloppenburg aufgrund von Überdüngung. Die Mitglieder hätten rund 20 privat genutzte Brunnen im Raum Cloppenburg, Emstek, Cappeln analysiert.
Fazit: In mehr als einem Drittel der analysierten Proben habe die Nitratkonzentration oberhalb des Grenzwertes für Trinkwasser der Weltgesundheitsorganisation von 50 Milligramm pro Liter gelegen. Das geht aus einer aktuellen Pressemitteilung hervor.
Darin heißt es, die Mitglieder hätten bei Grundwassermessungen im April in einem privat genutzten Brunnen im Garten etwa 144 Milligramm Nitrat pro Liter gefunden. Weitere hohe Nitratwerte hätten sie auch in Halen mit 141 Milligramm pro Liter, in Emstek mit 124 Milligramm und in Elsten mit 107 Milligramm festgestellt, auch in Cloppenburg hätten sie 95 Milligramm gemessen.
Bei solch hohen Belastungen sei das Wasser nicht mehr zum Trinken geeignet, zudem könne es beim Bewässern im Garten zu Nitratanreicherung in verschiedenen Gemüsesorten kommen. Zudem würde das belastete Grundwasser über Hunte und Ems in die Nordsee fließen und dort zur Eutrophierung beitragen.
Die Nitratauswaschung ins Grundwasser, heißt es weiter, steige an, je größer die Menge an Gülle aus der Tierhaltung, der Gärreste aus Biogasanlagen oder aus zugekauften mineralischen Düngemitteln sei, die auf Feldern ausgebracht würden.
Der VSG-Gewässerschutz fordert, dass nicht nur Höchstmengen für die Gülleausbringung eingehalten werden müssen, sondern eine Düngung außerhalb der Zeiten, in denen Pflanzen den Dünger benötigen, verboten wird. Gerade beim Maisanbau sieht die Vereinigung ein großes Problem: Der Mais zeige keine Nachteile bei Überdüngung. Von Maisfeldern gehe daher eine extrem hohe Nitratauswaschung ins Grundwasser aus.
Der Verein hat angekündigt, weitere Messungen vorzunehmen.
Text: Reiner Kramer (NWZ)

















