
Jetzt wird's richtig schmutzig: Mit "Dirt: Showdown" verlässt Codemasters bekannte Simulationspfade und setzt stattdessen auf das reine Spektakel. Bei der rasanten Spaßveranstaltung dreht sich alles um qualmende Motoren, verbeultes Blech, Feuerwerk, Tricks und die Lust an der Zerstörung.
"Showdown" darf man durchaus als Kontrastprogramm zum direkten Vorgänger "Dirt 3" betrachten, der vor genau einem Jahr erschien. Darin ging es zurück zu den Wurzeln der Reihe - und entsprechend akkurat über Stock und Stein, durch Schnee und Regen. "Showdown" liefert dagegen mehr Schein als Sein. Mit buntbemalten Muscle-Cars, Buggys und dem ein oder anderen lizenzierten Rally-Flitzer wagt man sich an die 52 Herausforderungen der Showdown-World-Tour - verteilt auf alle Herrenländer und vier große Wettbewerbe mit steigendem Schwierigkeitsgrad.
Die Bandbreite der schlicht aneinandergereihten Vollgasveranstaltungen ist enorm: Neben normalen Rennen, in denen man unter dem Einsatz aller Mittel als Erster über die Ziellinie kommen muss, fährt "Dirt: Showdown" getreu dem Titel jede Menge Massenkarambolagen und Crash-Derbys in riesigen Arenen auf. Mal gibt's für die pure Zerstörung der Konkurrenz Punkte, mal fürs etwas taktische Runterschubsen von einer erhöhten Plattform. Das Recht des Stärkeren gilt auch bei allerlei sogenannten 8-Ball-Strecken, die mit mehreren Kreuzungen gespickt sind und dadurch chaotische Unfälle heraufbeschwören.
Deutlich mehr Feingefühl erfordern dagegen vereinzelte Challenges, in denen bunte Dominosteine der Reihe nach gerammt werden müssen, sowie sogenannte Hoonigan-Wettbewerbe. Das muss man sich wie eine Art Skateboard-Park für Autos vorstellen: Es wird über Schanzen gesprungen, um Hindernisse gedriftet, unter LKW-Anhänger hindurch gerast und mehrfach ein Donut auf den Asphalt gebrannt, indem man das Heck des Autos um eine Säule tanzen lässt. Diese Stunts, die nicht selten im direkten Duell mit einem anderen Fahrer ausgetragen werden, sind eine integraler Bestandteil des Spiels - und eine mehr als willkommene Abwechslung im sonst auf Randale gebürsteten Rennalltag.
Die nötigen Fähigkeiten für die Trickfahrten darf man sich unter der Option "Joyride" auf zwei riesigen Abenteuerspielplätzen aneignen, das nötige Kleingeld für neue Boliden und Upgrades liefern Podestplätze. Gelungene Manöver landen auf Wunsch sofort bei Youtube, Highscores auf dem Bildschirm von Freuden, die ebenfalls gerade online sind. Apropos: Im prall gefüllten Multiplayer-Modus gewinnen die Crash-Derbys aufgrund der Schadenfreude deutlich an Reiz.
Fazit: Mit "Dirt: Showdown" bringt Codemasters ein äußerst kurzweiliges Rennspektakel auf den Markt, das spielerisch nicht allzu anspruchsvoll ist, aber technisch ein wahres Feuerwerk abbrennt. Obwohl die Fahrzeuge selbst ein paar Polygone mehr gut vertragen hätten, ist das Schadensmodell äußerst detailliert: Stoßstangen und Türen fallen nach heftigen Einschlägen ab, Glas splittert - und der Rahmen verformt sich immer mehr, während die virtuelle Menge in den riesigen Stadien jubelt. Licht-, Leucht- und Flammeneffekte lassen staunen - und die Bildwiederholungsrate dennoch nie einbrechen. Ideal für all jene, die sich all die Jahre ein zeitgemäßes Remake des Klassikers "Destruction Derby" gewünscht haben - und keine Rennsimulation erwarten.


















