Und ewig lockt das Grab

Lara Croft and the Guardian of Light

Uralte Gemäuer, göttliche Widersacher, mysteriöse Artefakte, tödliche Fallen, knackige Rätsel: Im Grunde besitzt "Lara Croft and the Guardian of Light" alle Merkmale, die die "Tomb Raider"-Reihe bislang auszeichneten. Nur der prominente Namenszusatz fehlt. Vermutlich, weil die Cyber-Ikone mit der aufgeblasenen Pixeloberweite und der Wespentaille billiger denn je zu haben und auch der Vertriebsweg ein neuer ist: Das Spiel ist ein reiner Download-Titel, der Microsofts "Xbox Live"-Veranstaltung "Summer of Arcade" würdig beendet und in rund einem Monat auch für PS3 und PC zu haben sein wird.

Mit dem neuen Preisniveau - das Game kostet nur rund 15 Euro - ändert sich auch die Wahrnehmung. Buchstäblich. Denn "Lara Croft and the Guardian of Light" ist ein Action-Adventure, in dem die brünette Archäologin aus einer festen isometrischen Ansicht durch den mittelamerikanischen Dschungel gelotst wird. Ihr Ziel: ein Artefakt, das den jüngst entfesselten und nach Blut dürstenden Azteken-Gott Xolotl wieder auf ewig einschließen soll.

Doch bis es so weit ist, muss sich Lara ihren Weg durch 14 überschaubare Level inklusive verwinkelter Tempelanlagen, düsterer Gräber und Heerscharen von Höllenkreaturen bahnen. Letztere schickt Lara mit einem immer größer werdenden Arsenal von Schusswaffen über den Amazonas - von ihren Colts bis hin zum Granatwerfer. Oder mit einem Speer. Den bekommt man, sofern man alleine das Abenteuer angeht, vom ollen Maja-Krieger Totec in die Hand gedrückt.

Wird indes der kooperative Spielmodus gestartet, übernimmt ein Freund die Kontrolle über den muskelbepackten Hünen. Teamplay ist dann das A und O. Nur gemeinsam können die beiden Hindernisse und Fallen überwinden. Um etwa auf ein höheres Plateau zu kommen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Totec schleudert entweder einen Speer in die Wand, den Lara als Kletterhilfe nutzt. Oder sie springt auf seinen Schild. Oben angekommen, lässt sie ihren Enterhaken hinab, mit dem sie sonst an bestimmten Stellen über Abgründe schwingt. Viele der Rätsel und Aufgaben, die den Action-Alltag auflockern, bauen auf dem Prinzip der Arbeitsteilung auf. Bei anderen müssen Schalter gedrückt oder Bodenplatten mit Felskugeln beschwert werden, um Tore zu öffnen oder tödliche Spitzen verschwinden zu lassen.

Neben der eigentlichen Aufgabe, die Level heil zu überstehen und am Ende meist einen dicken Bossgegner zu besiegen, gibt es noch zahlreiche Bonusziele zu erreichen. Mal wollen zehn rote Schädel eingesammelt werden, mal soll ein Fluss mit geschickten Hopsern überquert werden, ohne dass die Helden nasse Füße bekommen. Versteckte Reliquien, die mehr Gesundheit, Feuerkraft und ein bisschen Hokuspokus versprechen, gibt es ebenfalls en masse zu entdecken. Der Grund, warum man sich mit Lara und Totec gerne auch ein zweites Mal ins Abenteuer stürzt. Nach dem ersten Durchspielen kann man unmöglich alles gesehen und gesammelt haben ...

Technische Schattenseiten hat "Lara Croft and the Guardian of Light" nur wenige. Schicke Licht-, Leucht- und Wassereffekte sowie flüssige Animationen lassen vergessen, dass es sich um einen Download-Titel handelt. Sounduntermalung und Sprachausgabe können sich ebenfalls hören lassen. Irgendwann sieht man sich allerdings an Tempelruinen und Katakomben satt. Und auch an die Steuerung - mit dem linken Analogstick wird gelenkt, mit dem rechten gezielt - muss man sich zunächst gewöhnen.

Im rund zwei Gigabyte dicken Datenpaket fehlt allerdings der angekündigte Online-Modus. Der wird von Square-Enix pünktlich zum Start der PS3- und PC-Version im September nachgeliefert, sodass man auch über das Internet zusammen auf Xolotl Jagd machen kann.

Details

  • Genre:
  • Erhältlich ab: 18.08.2010
  • Hersteller: Eidos
  • Vertrieb: Square-Enix
  • FSK: ab 12 Jahren
  • Multiplayer: 1-2
  • Schwierigkeit: Für Fortgeschrittene
  • Preis: ca. 15 Euro

Bewertung

Grafik: gut
 
Sound: gut
 
Steuerung: gut
 
Spaß: gut
 
Gesamt: gut
 

Mehr im Web

Diese News wurde am 20.08.2010 um 16:26 Uhr von Redaktion veröffentlicht.
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