Ein Überblick über Verschlüsselungsdienste

Ohne Code keine Chance

Online-Speicherdienste, sogenannte Clouds, erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Online-Wolken ermöglichen die Ablage von Daten auf einem externen Server im Internet anstatt auf dem heimischen Computer. Wer sichergehen will, dass Dritte keinen Blick auf Urlaubsfotos, Familienvideos oder Dokumente werfen, sollte seine Dateien vor der Lagerung im Web verschlüsseln. Dazu ist keine teure Software aus dem Fachhandel nötig: Im Internet finden sich einige Programme, die kostenlos zur Verfügung stehen.

Ein Angebot, das Cloudspeicher und Verschlüsselung kombiniert, ist "Wuala" (www.wuala.com). Um den Dienst nutzen zu können, muss zunächst die Software auf dem Computer installiert werden. Möchte man Daten in der "Wuala"-Wolke speichern, werden diese noch vor dem Transfer in die Cloud auf dem Rechner verschlüsselt - somit hat auch der Dienstanbieter keine Möglichkeit, die Informationen einzusehen. Ein weiteres Sicherheits-Feature: "Wuala" speichert Daten auf verschiedenen Servern. Verschaffen sich beispielsweise Hacker Zugriff, gelangen sie nie an alle Dateien, die man in der Cloud gesichert hat.

Ähnlich funktioniert das Programm "BoxCryptor" (www.boxcryptor.com). Die Software ist zwar nicht mit einer eigenen Cloud verknüpft, dient aber zur Verschlüsselung von Daten, die im Onlinespeicher abgelegt werden sollen. Wie auch "Wuala" codiert "BoxCryptor" Urlaubsbilder und Kontoauszüge vor der Speicherung in der Wolke direkt auf dem Rechner. Auf Wunsch macht der Dienst, der den ebenfalls von der US-Regierung genutzten Verschlüsselungsstandard AES-256 anwendet, sogar die Dateinamen unkenntlich. Mittels der zugehörigen "BoxCryptor"-App lassen sich auch vom Smartphone aus verschlüsselte Daten in der Cloud platzieren.

Dass die Bilder aus dem letzten Strandurlaub gut geschützt in der Wolke liegen, mag beruhigen. Doch wie steht es um die E-Mails, die man den Lieben daheim geschickt hat? Wie eine Postkarte sind Mails, die mit Diensten wie GMX oder Web.de versendet werden, theoretisch für Dritte lesbar. Der Dienst "Sendinc" (www.sendinc.com) garantiert jedoch, dass nur der Adressat die elektronische Post zu lesen bekommt - sofern er ebenfalls ein Kundenkonto bei dem Gratis-Angebot hat. Die Mails werden direkt auf der Website des Providers getippt und von dort verschlüsselt versendet - auch mit Dateianhängen. Sämtliche Empfänger erhalten daraufhin einen Link sowie einen Schlüssel, um die E-Mail öffnen zu können. "Sendinc" speichert diesen Schlüssel nicht, und kann die Post somit nicht einsehen.

Auch Nutzer von "Elefile" (www.elefile.com) können auf sicheren Datentransfer bauen: Mithilfe des Service lassen sich Daten vor dem Versand per E-Mail verschlüsseln. Über die Website wählt man die zu verschickende Datei aus und bestimmt den Empfänger. Vor dem Senden der Mail werden die Daten zusätzlich durch ein Passwort gesichert, dass dem Empfänger allerdings beispielsweise per Telefon oder SMS übermittelt werden sollte - andernfalls kann er die Datei nicht herunterladen.

Doch nicht nur beim Daten- oder E-Mail-Versand kann es nützlich sein, eine Verschlüsselung anzuwenden. Manch einer hat gegebenenfalls persönliche Dokumente auf seinem Rechner, die Dritte nicht einsehen sollten. Hier hilft das Programm "TrueCrypt". Es codiert ausgewählte Daten auf dem Computer und legt sie als virtuelle Festplatten an, auf die man nur mit dem passenden Schlüssel Zugriff hat. Besonders praktisch: Mit "TrueCrypt" lassen sich auch USB-Sticks codieren. Falls der kleine Datenträger verloren geht, haben die Finder keinen Zugang zu den darauf gespeicherten Informationen.

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Diese News wurde am 15.06.2012 um 17:07 Uhr von Redaktion veröffentlicht.
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