Funsport-Test

Fallschirmspringen

Als ich aus meinem Auto in Ganderkesse ausgestieg, war Nervosität noch nicht vorhanden. Und auch als mich Tandemmaster Jörn Gerlach freundlich empfing und anschließend die Einweisung machte, war ich noch nicht nervös. Aber als ich dann die Springermontur (Overall, Gurtsystem, Helm, Handschuhe) anzog und ins kleine Flugzeug stieg, ging mein Adrenalinspiegel langsam nach oben. Aber das war noch gar nichts gegen das, was kommen sollte!

Bei der Einweisung am Boden wurden Sachen wie die richtige Haltung in der Luft, Klopfzeichen und die Landung erklärt. Und immer wieder der Hinweis: Spaß haben! Nachdem ich nun also theoretisch genau wusste, was zu machen ist, stiegen wir ins Flugzeug und hoben wenig später ab.

Je höher wir kamen, desto größer wurde das Nervenflattern. Jörn gab mir immer wieder die aktuelle Höhe durch, was mich aber nicht wirklich beruhigte. Bei 1.500 Metern „verabschiedete“ sich der erste Springer. Tür auf, Springer raus – und tschüss. In diesem Moment, als der Springer aus dem Flugzeug sprang und im freien Fall der Erde entgegen sauste, wusste ich, was mich erwartete. Aus einem Flugzeug springen – warum mache ich sowas?

Dann war es soweit! In einer Höhe von 3.000 Metern ging erneut die Tür auf. Ich saß in der offenen Tür, Jörn hinter mir, und dachte noch, er zählt runter, aber nein! Plötzlich fallen wir! Mit einer Drehung geht es in Richtung Erde und auf die unter uns schwebenden Wolken zu. Mein Adrenalinspiegel muss in diesen Sekunden aus jeden messbaren Bereich gesprungen sein! Ich schrie nur noch: „Geil! Geil! Geil!“





Ganze Sätze waren nicht mehr möglich. Dann folgte das erste Klopfzeichen zum Öffnen der Arme. Ich, oder besser wir (es war ja ein Tandemsprung) fielen immer noch der Erde entgegen. Dann ging es durch die Wolken. Was für ein Gefühl!

Ein weiteres Klopfzeichen und ich wusste, dass der Schirm gleich aufgehen würde. Nach einem kurzen Ruck hingen wir am Fallschirm. Nach dem fünftausendsten „Geil“ blieb mir die Luft weg und ich musste erstmal durchatmen. Was für ein Anblick! Ich konnte den Flugplatz erkennen – sogar mein Auto! Ganz Ganderkesee lag unter mir, die Tiere und Autos sahen aus wie Playmobil-Figuren.

Es lässt sich schwer in Worte fassen, was ich in diesem Moment gefühlt habe, es war einfach unbeschreiblich! Nach 34 Sekunden freiem Fall und rund zwei Minuten langes Gleiten am Schirm landeten wir auf dem Allerwertesten. Wow!

Mein Fazit: Spaß! Spaß! Spaß! Anders kann ich es kaum beschreiben. Ich habe schon viele geile Sachen in meinem Leben ausprobiert, aber Fallschirmspringen hat definitiv den Ersten Platz auf der Fun-Skala eingenommen! Und es wird schwer werden, diesen Platz zu verlieren. Vom Adrenalinschub beim Besteigen des Flugzeuges über den grandiosen Ausblick bis hin zum Gefühl beim Verlassen der Maschine – es war einfach nur überwältigend. Ich werde auf jeden Fall meine Springerlizenz machen, um möglichst schnell wieder aus einem Flugzeug springen zu können.


Infos:


Spaßfaktor/Suchtfaktor: 100% / 110%

Preis: Ein Tandem-Sprung 199 Euro (Video vom Sprung 80 Euro)

Wie schwer: Leichte körperliche Anstrengung (man sollte aber nicht mehr als 90 kg bei einem Tandemsprung wiegen und körperlich gesund sein)

Alleine oder Team: Alleine – später, wenn man geübter ist, auch als Team (Formationsspringen)

Auch für Winter geeignet: Ja – nur das Wetter spielt eine Rolle

Wo: Fallschirmsportschule Ganderkesse