
Wer hat sie nicht schon einmal über Straße düsen oder durch Waldwege fetzen sehen: Quads. Das sieht immer nach einer Menge Spaß aus - also genau das Richtige für unseren Test! Und so machte ich mich auf, die Grenzen eines solchen Vehikels (und auch meine) genau zu testen. Es hat sich gelohnt!
Vor mir steht ein Quad. Nein, eigentlich ist es kein Quad, sondern ein ATV. Das bedeutet „All Terrain Vehicle“. Aber sieht man dieses Fahrzeug, bezeichnet der Unwissende - in diesem Fall also ich - es als Quad. Nur kurz zur Info: Ein Quad ist leichter und wendiger als ein ATV, weil Sportgerät. Dies ist aber nur ein Bruchteil dessen, was die Unterschiede ausmacht. Aber deswegen bin ich nicht hier! Ich teste das Fahren mit einem Quad – pardon, mit einem ATV.
Ich setze meinen Helm auf, schwinge mich auf das Fahrzeug und bekomme vom Quad-Point-Nord in Bad Zwischenahn/Dänikhorst eine Einweisung. Es sitzt sich schonmal bequem stelle ich fest. Auch zu zweit könnte man fahren.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Tatsache, dass ich mit dem Daumen Gas geben muss. Ich lege also den Gang ein und rolle langsam los. Respekt ist das, was ich in diesem Moment empfinde, denn das Ding hat richtig Haue! Und da ich zuvor noch nie auf so einem Vehikel gesessen habe, fange ich erstmal langsam an.
Das langsame und vorsichtige Fahren hält so rund eine Minute! Dann gebe ich schon beherzt Gas, pese über den Schotterweg, düse mit rund 55 km/h über die Straße (man muss übrigens einen Führerschein Klasse B haben) oder cruise einfach nur durch die Gegend. Mann, macht das Spaß!
So lange man als Anfänger nicht den Helden spielen will und irgendwelche Manöver fährt, die man noch gar nicht beherrscht, ist alles safe. An das Gasgeben mit dem Daumen hat man sich schnell gewöhnt.
Für diesen Test ist natürlich nur der Spaß- und Funfaktor wichtig. Und beides ist enorm hoch! Wenn man dann noch bedenkt, was zusätzlich so alles mit einem Fahrzeug dieser Art machbar ist (als Schneepflug oder Rasenmäher einsetzbar, ein Anhänger kann angespannt werden u.v.m.), ist es eine runde Sache.
Der Anschaffungspreis von rund 3.000 Euro trübt die Freude natürlich, aber sollte man sich ein Quad oder ein ATV anschaffen wollen, sollte man auch bereit sein, für Qualität zu zahlen. „Man kann auch weniger ausgeben, dann ist es allerdings sehr oft minderwertige Qualität und nach der ersten Tour ins Gelände ist die Hälfte dann schon oft schrott“, bemerkt Gaby Philipp vom Quad-Point-Nord.
Ja, alleine bei meinen Fahrten bin ich schon froh, dass ich eine solch hochwertige Maschine unter dem Allerwertesten habe, denn je länger ich fahre, desto mehr traue ich mir zu. Der Sound, das Fahrgefühl, die Geschwindigkeit - das ist schon echt geil und macht immens Spaß!
Und es ist Alltagstauglich, denn ich kann überall hinfahren. Und auch viele Rollerfahrer steigen um und holen sich ein Quad. Denn spätestens im Winter ist der Spaß beim Rollerfahren wohl nicht mehr ganz so hoch.
Mein Fazit: Mit einem Quad oder ATV zu fahren macht derbe viel Spaß! Man hat sich schnell ans Fahren gewöhnt, traut sich so auch immer mehr zu. Und damit steigt auch der Spaßfaktor rasant. Es sollte halt nur immer so gefahren werden, wie es das Können des jeweiligen Fahrers zulässt. Ob Frauen oder Männer, Jung (mind. 18 und Führerschein) oder Alt, ob reines Spaßgefährt oder Arbeitsgerät: Hier sollte höllisch aufgepasst werden, denn der Suchtfaktor ist hoch!
Infos:
Spaßfaktor/Suchtfaktor: 95% / 85%
Preis: Bei Kauf sollte es bei 3.000 Euro losgehen. Nach oben sind nicht viele Grenzen gesetzt, aber um die 7.500 Euro sind schon gehobeneres Level
Wie schwer: Nicht schwer! Schnell hat man sich ans Gasgeben gewöhnt, lernt die Maschine immer besser kennen und fährt somit auch sicherer. Innerhalb von maximal fünf Minuten ist man „drin“.
Alleine oder Team: Fahren kann man alleine oder zu zweit (wenn es mit Maschine möglich und zugelassen ist). Auf längere Sicht sollte man sich vielleicht in einem Club organisieren.
Auch für Winter geeignet: Ja
Wo: Kaufen kann man die Fahrzeuge beispielsweise beim Quad-Point-Nord. Kontakte zur Szene gibt es beim Los Paveros aus Edewecht.