Loveparade-Unglück

Das Ende der weltgrößten Party?

Es war der schlimmste vorstellbare Fall: Nicht Party-Atmosphäre, fröhliche Gesichter und ein rauschendes Fest bestimmten die Bilder der Loveparade 2010 am vergangenen Sonnabend in Duisburg, sondern eine Massenpanik, Tote und Verletzte. Die Ereignisse bei dem weltweit größten Event der elektronischen Musik haben national und international Entsetzen und Mitgefühl für die Opfer und Angehörigen ausgelöst.

Der Veranstalter Rainer Schaller kündigte nach der Tragödie das Ende der Loveparade an. Im Hinblick auf die Angehörigen der Toten, auf die weltweite Trauer und auch auf den immensen Druck der Schuldfrage ist dieser Schritt nachvollziehbar.
Viele Leser von NWZ-Inside und Partygänger aus der ganzen Region waren in Duisburg – die meisten sind ebenfalls durch einen dieser beiden Unglückstunnel zum Festivalgelände gegangen.

Dennoch, im Gegensatz zur Entscheidung des Veranstalters, sieht ein großer Teil der Fans der Loveparade die Frage des Fortbestandes der weltgrößten Techno-Party differenzierter. Insbesondere Beiträge in den Social Networks, in Foren und auch immer mehr Umfragen in zahlreichen traditionellen Medien belegen: Die Bevölkerung ist gespalten über die Richtigkeit der Absage der Großveranstaltung, bei der seit 1989 rund 14 Millionen Partywillige stets friedlich feierten. Deutlich wird hingegen in den Meinungen, dass eine Neuauflage nur mit einem neuen Veranstalter, einem tragfähigen Sicherheitskonzept und einer Veranstaltungsfläche, die die Besuchermassen risikolos fassen kann, stattfinden dürfte.

Eine Umfrage auf NWZ-Online.de zeigt, dass sich rund 50 % der User eine Neuauflage der Loveparade vorstellen können. Einige ohne Einschränkung, einige mit dem Hinweis, dass dies erst in einigen Jahren wieder denkbar sei.

Über den Verlauf der Reaktionen und die Aufklärung dieser Tragödie berichten wir in einem Spezial auf unserer Internetseite NWZ-Inside.de. Neben Nachrichten, Videos und Bilderstrecken erzählen auch zahlreiche Augenzeugen aus dieser Region, wie sie die Ereignisse erlebt haben.

Text: Torsten Cordes