
Osnabrück - Damit stieg die Zahl der durch den Niedergang des einstigen Marktführers gefährdeten Stellen auf insgesamt 36 .000. Der vorläufige Insolvenzverwalter von Schlecker, Arndt Geiwitz, kündigte an, beide Unternehmen sollten jetzt gemeinsam saniert werden.
Es gab erste Fortschritte bei den Rettungsbemühungen für die Drogeriemarktketten. Der vorläufige Insolvenzverwalter einigte sich am Mittwochabend mit Markant, dem wichtigsten Warenlieferanten, über eine Fortsetzung der Belieferung der Schlecker-Läden in Deutschland. Damit könne der „Regelbetrieb“ bei Schlecker wieder anlaufen, teilte das Unternehmen mit.
Auch der Oldenburger Fotodienstleister Cewe Color nahm am Mittwoch die Auslieferung seine Produkte an Schlecker-Kunden über die Läden und das Internet nach kurzer Unterbrechung wieder auf, wie Vorstandsvorsitzender Dr. Rolf Hollander auf Anfrage dieser Zeitung erläuterte. Man habe sich mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter geeinigt. Die Zahlungen seien gesichert. Man hoffe, dass Schlecker erfolgreich weitergeführt werden könne.
Für die Schlecker-Tochter „Ihr Platz“ ist es indes bereits die zweite Firmenpleite. Das Unternehmen, das derzeit mit 5800 Mitarbeitern rund 670 Filialen betreibt, hatte schon 2005 den Gang zum Insolvenzgericht antreten müssen. Waren die Probleme damals hausgemacht, so wurde dem Osnabrücker Unternehmen nun offenbar seine enge Verflechtung mit dem Mutterkonzern zum Verhängnis. „Ihr Platz“ befinde sich „in einem starken Abhängigkeitsverhältnis zu Schlecker“, begründete Geiwitz den Insolvenzantrag. Das Amtsgericht Ulm berief am Donnerstag den Wirtschaftsprüfer Werner Schneider zum vorläufigen Insolvenzverwalter für „Ihr Platz“.
Schlecker hatte Ende 2007 nach der Sanierung die 1895 gegründete Osnabrücker Traditionsfirma übernommen und als eine Art Premium-Tochter betrieben. Im Oldenburger Land und Ostfriesland betreibt „Ihr Platz“ 27 Filialen.
Der Geschäftsbetrieb läuft weiter. Die Belieferung mit Waren sei durch die für Schlecker erzielte Einigung mit Markant auch für „Ihr Platz“ sichergestellt.
Unterdessen hat Schlecker-Konkurrent Rossmann Interesse an rund 80 Standorten bekundet. Interessant seien große Flächen.
Text: NWZ









