
Viele Studierende werden das Problem kennen: Sie haben sich gründlich auf ein zu haltendes Referat vorbereitet, und doch schleicht sich ein mulmiges Gefühl ein. Wenn es dann vor die Zuhörer geht, bekommt man schwitzige Hände, die Stimme bricht immer wieder ein, alle Souveränität ist dahin.
Üben und sich bewusst machen, was im Körper passiert, wenn sich Angst breitmacht. Das ist der Rat von Diplompsychologe Reinhard Franke, der an der freien Universität Berlin den Kurs „Redeangst bewältigen“ leitet. „Man muss nicht stundenlange Referate halten, um das zu üben“, sagt Franke, „die kritische Phase liegt im Anfang.“ Denn laut dem Psychologen ist die Aufmerksamkeit des Publikums am Anfang am höchsten. Aber eben leider auch der Pulsschlag desjenigen, der vor der ganzen „Meute“ steht.
Kognitive Einsichten (Ich habe doch alles gut vorbereitet) helfen da nicht wirklich. Das meint zumindest die Hamburger Kommunikationstrainerin Marion Klimmer. Die Emotionen übernehmen die Kontrolle beim Referierenden. Klimmer erklärt das mit Erkenntnissen aus der Hirnforschung. Der Verstand arbeitet sachlich, keine Frage. Aber das limbische System (Areal im Gehirn, in dem Emotionen organisiert werden) ist der Spielverderber. Oder, mit anderen Worten, Mutter Natur. „Es geht darum, in Gefahrensituationen ohne Umschweife und Überlegungen reagieren zu können“, sagt Klimmer.
Methoden, wie die Nervosität am besten in den Griff zu bekommen ist, gibt es viele. Letztendlich muss jeder für sich selber die passende Variante rausfinden. Aber, und das ist die gute Nachricht, es gibt sie.















