Ivy Quainoo

"Ich wollte nie zu einer Castingshow!"

"Das war eine spontane Entscheidung", lacht Ivy Quainoo und verrät, dass sie eigentlich nie an einer Castingshow teilnehmen wollte. Jetzt sitzt die 19-jährige Berlinerin mit ghanaischen Wurzeln in ihrem ersten Interview-Marathon - und hatte noch nicht einmal wirklich Zeit, ihren Sieg bei der SAT.1-Show "The Voice of Germany" zu verarbeiten. Mit 33,66 Prozent der Zuschauerstimmen machte Ivy das Rennen vor Kim Sanders, Michael Schulte und Max Giesinger. Das Video zu ihrer ersten Single "Do You Like What You See" ist bereits abgedreht, jetzt steht die Produktion des ersten Albums an. Wie sie mit all dem Rummel um ihre Person umgeht? "Noch relativ locker", sagt Ivy - und man glaubt ihr gerne.

teleschau: Herzlichen Glückwunsch, Ivy! Wie fühlst Du Dich?

Ivy Quainoo: Eigentlich ganz gut. Mittlerweile konnte ich alles ein bisschen realisieren. Mein Wochenende war allerdings ziemlich mit Terminen vollgepackt. Das ist zwar anstrengend, aber ich wusste ja, was auf mich zukommen wird.

teleschau: Hast Du denn mit Deinem Sieg gerechnet?

Ivy: Zwischendurch schon. Allerdings war es doch recht knapp, denn zu Beginn der Finalshow war der Stand noch ein ganz anderer. In jedem Fall hatte ich mir vorgenommen, an diesem Abend Spaß zu haben. Hätte ich nicht gewonnen, hätte ich mir das auch nicht sonderlich zu Herzen genommen. Im Finale gewesen zu sein, ist schließlich schon etwas ganz Großes.

teleschau: Es hieß, Deine Mutter wäre anfangs nicht von Deiner Teilnahme begeistert gewesen ...

Ivy: Das kam ein bisschen falsch rüber. Sie hatte natürlich nichts dagegen. Jetzt freut sie sich umso mehr für mich.

teleschau: Warum gingst Du überhaupt zum Casting?

Ivy: Das war eine spontane Entscheidung. Nachdem ich meine Abitur-Ergebnisse hatte, ging ich mit einem Kumpel dorthin. Ich wollte sehen, was mich dort erwartet. Irgendwie hat es dann geklappt, und ich kam immer weiter (lacht).

teleschau: Warum hast Du Dich gerade für dieses Format entschieden?

Ivy: Ich wollte nie zu einer Castingshow! Aber eine Show, die "The Voice" heißt, hört sich vielversprechend an. Auch das System mit den Blind Auditions fand ich toll: Man kann sich als Sänger so präsentieren, wie man es möchte.

teleschau: Was ist für Dich das Besondere an der Show?

Ivy: Zwei Dinge: Respekt und Niveau. Es waren so viele tolle Leute dabei.

teleschau: Wie fühlt man sich bei der starken Konkurrenz?

Ivy: Am Anfang schüchtert das natürlich schon ein. Aber im Endeffekt macht jeder sein eigenes Ding und konzentriert sich auf sich selbst. Dass man sich privat gut versteht, macht vieles natürlich leichter.

teleschau: Es ging die meiste Zeit sehr harmonisch zu. Gab es dennoch einen Konkurrenzkampf?

Ivy: Vielleicht gegen Ende. Allerdings muss man das nicht so zeigen, dass es für jemanden unangenehm werden könnte. Jeder hat es jedem gegönnt.

teleschau: Was wird sich jetzt für Dich ändern?

Ivy: Ich werde nicht mehr so viel Zeit für Privates haben. Dafür mache ich sehr viel Musik, worauf ich mich natürlich sehr freue.

teleschau: Und was soll gleich bleiben?

Ivy: Ich (lacht). Ich will mich nicht verändern. Außerdem ist es mir wichtig, dass mein Freundeskreis so bestehen bleibt.

teleschau: Wo ziehst Du Deine persönliche Grenze?

Ivy: Ich würde niemals etwas machen, das ich nicht will. Ich lasse mir nichts aufzwingen. Natürlich werde ich Kompromisse schließen müssen, aber mich komplett verstellen, das werde ich nicht.

teleschau: Welchen Sound dürfen Deine Fans von Dir erwarten?

Ivy: Der Soul wird bleiben. Allerdings wird es auch in die Pop- und Alternative-Richtung gehen. Meinen Siegersong finde ich schon mal klasse. Er fasst im Prinzip all das zusammen, was ich in den Live-Shows zeigen konnte. Gerade drehte ich das Video dazu, eine tolle Erfahrung.

teleschau: Was wirst Du Dir von Deinem eigenen ersten Geld gönnen?

Ivy: Wahrscheinlich den Führerschein. Oder ein Paar Schuhe (lacht). Das muss ich mir noch überlegen. Ich werde mir aber auf keinen Fall Dinge kaufen, die ich nicht brauche.

teleschau: Hast Du Angst davor, schnell in Vergessenheit zu geraten?

Ivy: Im Moment denke ich noch nicht an so etwas. Auch Künstler, die nicht durch Castingshows bekannt wurden, können schnell wieder dort landen, wo sie herkommen. Ich persönlich konzentriere mich nun darauf, Musik zu machen, und freue mich natürlich, wenn es weiterhin gut läuft.

teleschau: Wie kamst Du überhaupt zur Musik?

Ivy: Als kleines Kind fing ich einfach irgendwann mit dem Singen an. Mit zwölf trat ich einem Chor bei, mit 14 Jahren ging ich auf eine Bühnenkunstschule, wo ich auch schauspielerte. Sängerin wollte ich eigentlich nicht immer werden. Journalismus hätte mich auch sehr interessiert. Und Geologie.

teleschau: Deine familiären Wurzeln liegen in Ghana. Warst Du schon einmal dort?

Ivy: Das ist schon lange her, mit drei und mit acht Jahren. Ich kann mich aber gut erinnern. Meine Familie dort findet meinen Sieg bei "The Voice" natürlich auch toll und ist sehr stolz auf mich. Über das Internet und das Telefon hielten sie sich stets auf dem Laufenden.

teleschau: Wichtig für Deinen Sieg waren natürlich auch Deine Coaches Sascha und Alec von The BossHoss. Was konntest Du von den beiden lernen?

Ivy: Viel! Aber hauptsächlich, wie ich mich auf der Bühne und in der Öffentlichkeit gebe. Sie gaben mir stets den Rat, einfach ich selbst zu bleiben.

teleschau: Welche Erwartungen hattest Du an die Jungs?

Ivy: Ich ging eigentlich ohne große Erwartungen an die Sache ran. Dass sie Songs coverten und daraus ihr eigenes Ding machten, beeindruckte mich aber besonders.

teleschau: Im Finale hattest Du einen Auftritt mit Florence & The Machine ...

Ivy: Mein absolutes Highlight! Florence ist eine tolle Frau, und ich bin glücklich, dass ich mit ihr singen durfte. Sie hatte meine Auftritte verfolgt und fand es gut, dass ich immer so locker war. Sie gestand, dass sie genauso Bammel hat, im Fernsehen auf die Bühne zu gehen.

teleschau: Von wem lässt Du Dich noch musikalisch inspirieren?

Ivy: Auf jeden Fall von Aretha Franklin und Billie Holiday. Ich finde aber auch James Morrison und die französische Sängerin Camille gut.

teleschau: Am Wochenende verstarb Whitney Houston. War auch sie ein Vorbild für Dich?

Ivy: Auf jeden Fall. Sie war eine der größten Pop-Diven unserer Erde. Es ist ein großer Verlust. Als ich von ihrem Tod erfuhr, war ich schockiert. Manche sagen zwar, dass es absehbar gewesen wäre. Für mich kam ihr Tod allerdings ziemlich überraschend.

teleschau: Auch Whitney Houston hatte den Titel "The Voice". Du bist nun die "Stimme Deutschlands". Was zeichnet diese aus?

Ivy: Einzigartigkeit.

teleschau: Würdest Du heute auch hier sitzen, wenn Du in einem anderen Team gewesen wärst?

Ivy: Genau weiß ich es nicht, ich denke aber wohl kaum.

teleschau: Wirst Du weiterhin mit The BossHoss zusammenarbeiten?

Ivy: Ich wünsche es mir. Alec und Sascha wollen das glaube ich auch. Aber natürlich werde ich mich auch auf mich konzentrieren.

teleschau: Was konnten die beiden eigentlich von Dir lernen?

Ivy: (lacht) Das müssten Sie selbst beantworten.

teleschau: Was nimmst Du generell aus der "Voice"-Zeit mit?

Ivy: Unglaublich viel. Ich lernte so viele neue Leute kennen und erfuhr etliches über das Business, schließlich waren so viele Profis dabei.

teleschau: Wie gehst Du mit dem Rummel um Deine Person um?

Ivy: Noch relativ locker (lacht). Vor dem Finale konnte ich noch ganz entspannt auf die Straße gehen. Mal abwarten, was jetzt passiert.

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