
2009 löste ein Film eine Art kleine Völkerwanderung Richtung Kino aus: "Avatar - Aufbruch nach Pandora". Allein in den USA spielte er 750 Millionen Dollar ein, weltweit rund 2,7 Milliarden Dollar. Das Ende soll das nicht sein. Der Film kommt erneut in die Kinos, diesmal acht Minuten länger: Boni sind eine Liebesszene zwischen Jake (Sam Worthington) und Na'vi-Mädchen Neytiri (Zoë Saldana), eine Erklärung, warum die Menschen die Aliens ausrotten wollen, und neue Kreaturen. Eine zweite Chance für alle, die den 3D-Rausch beim ersten Mal verpassten.
Im Groben ließe sich "Avatar - Aufbruch nach Pandora" wohl als eine moderne Weltraum-Variante von "Pocahontas" oder "Der mit dem Wolf tanzt" bezeichnen. James Cameron hingegen gab zu, dass er sich von seinen liebsten Science-Fiction-Romanen aus der Kindheit inspirieren ließ. Der Reiz liegt also vorranging nicht in der Story um den Marine Jake Sully, der als Avatar nach Pandora reist, um dem amerikanischen Militär zu helfen, an die wertvollen Rohstoffe des Planeten zu gelangen. Dort verliebt er sich allerdings in Neytiri, ein Mädchen aus dem Eingeborenenstamm der Na'vi.
Den weltweiten Hype löste die atemberaubende Grafik der Welt Pandoras aus. Aufgenommen mit neu entwickelten digitalen 3D-Kameras zeigte "Avatar " visuelle Effekte, die der Cineast so noch nicht gesehen hatte und die schwer nachzuahmen waren. Das wurde nicht nur mit einem unglaublichen Geldregen, sondern auch mit drei Oscars belohnt: "Bestes Szenenbild", "Beste Kamera" und "Beste visuelle Effekte". Im Bereich "Bester Film" musste sich James Cameron allerdings "The Hurt Locker" geschlagen geben - dem Film seiner Ex-Frau Kathryn Bigelow.
Aus Hype wurde Hysterie: Chinas Regierung stoppte "Avatar" in den 3D-Kinos, weil sie befürchtete, Zwangsumgesiedelte könnten sich davon zum Widerstand inspiriert fühlen. Eine chinesische Stadt hingegen wollte gleich einen Berg "Avatar-Hallelujah-Berg" nennen. Manche Fans wurden nach dem Eintauchen in die Filmwelt nicht mehr froh - Selbstmordpläne machten die Runde, da die echte Welt neben der Schönheit Pandoras unerträglich wurde.
Ein Ende des Wahnsinns ist bisher nicht in Sicht: James Cameron verfasst gerade einen Roman zum Film, der wohl spätestens Anfang 2011 erscheinen soll. Außerdem plant er bereits zwei Fortsetzungen, die Gerüchten zufolge erst im Ozean und anschließend im weiteren Sonnensystem von Pandora spielen. Allerdings ist mit diesen nicht vor 2014 zu rechnen: Cameron kündigte an, beide Filme in einem Zug drehen zu wollen.
Wer sich übrigens unsicher ist, ob er nochmal Geld fürs Kino ausgeben will: Demnächst wird es außerdem eine Special Edition DVD geben, die 16 Minuten neues Material bietet - also doppelt so viel wie der erweiterte Kinofilm. Produzent Jon Landau verriet, dass sie eine Szene in der Na'vi-Schule, mehr Biolumineszenz und mehr Action zeigen wird.









