
In den Geschichten von "Asterix"-Zeichner René Goscinny und Cartoonist Jean-Jacques Sempé hat "Der kleine Nick" längst Kultstatus erreicht. Nun macht der französische Frechdachs erstmals die Leinwand unsicher: In einem nostalgischen Kinderfilm befürchtet der Schlingel, dass ihn seine überforderten Eltern im Wald aussetzen.
Die Welt der Erwachsenen ist komisch - das war in den 60er-Jahren, in denen Goscinny und Sempé ihre kurzen Alltagsvignetten des Rotzlöffels schrieben und illustrierten, genauso wie heute. Mit herrlicher Naivität schlenderte der kleine Nick durch zahllose Kurzgeschichten und kommentierte die Absurditäten des Lebens: Kindermund tut Wahrheit kund. In den aufgeschriebenen Abenteuern funktionierte das ganz wunderbar, weil es pointierte und kurzweilige Episoden waren.
Für das Kino musste Regisseur Laurent Tirard eine richtige Handlung erfinden - und verhebt sich dabei. Nick (Maxime Godart) hat Angst, ein Geschwisterchen zu bekommen und ausgesetzt zu werden. Schließlich hat ihm sein Kumpel erzählt, dass sich seit der Geburt seines Bruders zu Hause alles nur noch um das Baby dreht. Da kann man als Kind schon mal Albträume am helllichten Tag bekommen.
Aber Nick hat die perfekte Lösung: Er beweist seinen Eltern (Kad Merad, Valérie Lemercier), dass er der perfekte Sohn und ein weiteres Kind eigentlich völlig unnötig ist. Einfach ist dieses Vorhaben natürlich nicht. Und als beim Wohnungsputz die Einrichtung zu Bruch geht, gibt es nur noch eine Lösung: Ein Gangster muss das Baby entführen.
So witzig die verzweifelten Versuche Nicks sein mögen: Den lose miteinander verknüpften Sketchen fehlt das verbindende Element. "Der kleine Nick" ist vor allem einen hübsche Anekdotensammlung mit schönen Kostümen, wundervoller Ausstattung und kurzen Schlaglichtern auf die Ängste und Sorgen der Kinder: im Prinzip eine Film gewordene Rubrik "Kindermund" aus der Lokalzeitung, in der die Großen gerne über die Niedlichkeiten der Kleinen schmunzeln.















