
Den Nerv der Zeit trifft er, keine Frage. Mit "Résiste - Aufstand der Praktikanten" (2009) spricht Regisseur Jonas Grosch ein hochaktuelles Thema an und der Generation Praktikum aus der Seele. Trotz Studium keine Festanstellung - nie waren die Jobaussichten für Hochschulabsolventen schlechter als heute. Grosch zeichnet mit seinem Erstlingswerk, der nach enttäuschendem Kinoergebnis (3.000 Zuschauer) nun auf DVD erscheint, eine ambitionierte Karikatur der Ex-Studenten, bei denen sich Praktikums-Zeugnisse stapeln, bis die Bewerbungsmappe als Päckchen verschickt werden muss.
Hauptfigur Till (Hannes Wegener) ist ein Vorzeige-Mitarbeiter. Er ist derart fleißig, dass sein Arbeitgeber sogar anbietet, sein Praktikum zu verlängern. Doch Till will sich nicht länger ausbeuten lassen und stampft kurzerhand eine eigene Firma aus dem Boden: Gemeinsam mit zwei Freunden bietet er unlautere Methoden zur Erpressung besserer Arbeitsbedingungen als Dienstleistung an.
Absehbar, dass das Start-up in kürzester Zeit selbst Praktikanten unterjocht. Ausgerechnet dann taucht Tills Sandkastenliebe Sydelia (Katharina Wackernagel) auf und stellt die Welt des Jungunternehmers mit französischem Charme und Che-Guevara-Parolen auf den Kopf.
Schade, dass "Résiste - Aufstand der Praktikanten" zu sehr auf Stereotypen baut. Sicher, Grosch karikiert, ja, stilisiert seine Charaktere, doch übertreibt er es stellenweise - und dann wird aus plakativ platt. Die Eindimensionalität der Figuren trübt die originelle Idee, zumal im Unterton des Films trotz Hang zum Klamauk stets die Moralkeule mitschwingt.
Die DVD-Umsetzung der Revoluzzer-Fabel ist alles andere als revolutionär. Das Bild wirkt blass und irgendwie unfertig: Den Farben fehlt Brillanz, Schärfe und Kontrast sind nicht optimal. Dazu gibt es einen dünnen Sound, der keinerlei Atmosphäre erzeugt, sowie ein schwaches Bonuspaket. Dessen Kernstück ist ein nicht immer fesselnder Audiokommentar, den Grosch mit wechselnden Mitgliedern des Filmteams bestreitet.









