
Unsere Welt ist am Ende. Keine schöne Vorstellung. Es sei denn, man sieht das Ende als Chance für den Neubeginn. Auf dieser Idee beruht "Endgame" und Rise Against haben die Kraft zum Aufbau. Das Punk-Quartett aus Chicago gibt sich als kritischer Beobachter der Gegenwart und Botschafter der Zukunft.
Bereits der Einstieg mit "Architects" verdeutlicht diese Wechselbeziehung. Der Song handelt von den großen Kämpfern für das Gerechte. Und von der Furcht, ob solche Menschen heutzutage noch heranwachsen. Vielleicht fällt die Botschaft ja auf fruchtbaren Boden. Denn viele Heranwachsende werden sich nicht nur an diesem Lied ordentlich erfreuen.
"Appeal To Reason" (2008) bildete, gemessen am kommerziellen Erfolg, den Höhepunkt ihrer bisherigen Karriere. Das sechste Album der US-Punkrocker sieht deren Sänger Tim McIlrath nun als "Evolution". Das Produzententeam wurde beibehalten, die Melodien wurden wieder fein geschliffen, selbst Themen wurden übernommen. So wird "Survivor Guilt" als Fortsetzung des großartigen "Hero Of War" beschrieben, und wenn es in "Satellite" heißt: "We are the orphans of the american dream", dann darf einem die Stoßrichtung gerne bekannt vorkommen.
Auch musikalisch ist der Wiedererkennungswert gegeben. Der Punk ist Pflicht, der Rock die Kür, mit dem Hardcore ist es - wie bei so vielen Bands der Szene - nicht mehr ganz so einfach. "Endgame" hat das Potenzial zum Charten und wird es auch tun. Alleine wegen eines Songs wie "Make It Stop (September's Children)": Eine von Kindern gesungene Melodie, die im Nu ins Ohr geht und sich danach eine ganze Weile weigert, dieses wieder zu verlassen. Dazu ein Text, der sich die Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit vorknöpft; den Ausschlag gab eine Welle von Selbstmordfällen homosexueller Teenager. Rise Against lassen sich auch als große Spieler im Musikgeschäft nicht mundtot machen. Im Gegenteil, das Gewicht ihrer Aussagen steigt mit jeder verkauften Platte. Und somit gibt "Endgame" trotz seines Titels reichlich Grund zur Hoffnung.
Rise Against auf Deutschland-Tournee
22.03., Mainz, Phoenixhalle
23.02., Köln, Palladium
25.02., Berlin, C-Halle
26.03., München, Zenith
27.03., Leipzig, Haus Auensee









