
Sein letztes Album "Großstadtmärchen" nahm Oliver Koletzki mit verschiedenen Gastsängern auf - ein Schmuckstück Made in Berlin. Auf seinem aktuellen Werk steht hingegen nur seine Freundin Fran am Mikrofon. Eine Milchmädchenrechnung erklärt, warum das eine gut und das andere, nämlich "Lovestoned", mäßig ist.
Die "Großstadtmärchen", die der Berliner DJ und House-Produzent letzten September veröffentlichte, waren eine Wonne. Viel Pop mischte er zu den Beats, Axel Bosse oder Mias Mieze sangen, daneben auch Fran. "Hypnotized" war eine großartige Nummer. Dessen Stimmung wurde jetzt einfach dupliziert. Das ist schön, aber nicht unbedingt über gestreckte 50 Minuten. Vielfalt bietet das schlafzimmertaugliche Album jedenfalls kaum, weil Frans wispernde Stimme jedes Lied auf die gleiche Weise prägt. Egal, ob sie nun über weichen Synthie-Pop, zu einem pumpenden Beat oder zu minimalistischer Jazz-Instrumentierung singt.
Die immer gleiche sanfte Stimme erdrückt jede aufkeimende Vielfalt. "Lovestoned" gibt sich fröhlich und naiv, nudelt sich durch eine schummrige Welt, in der ausschließlich die Liebe existiert - weshalb auch das Cover Koletzki mit der Liebsten im Bett beim Frühstück zeigt. Doch zu viele rosa Wolken verderben den Himmel. Denn musikalisch fehlt die Stärke der unterschiedlichen Charaktere, textlich darf man vor die beiden deutschen Songs ein großes Minus vermerken - wegen Einfältigkeit. "Strandbar Berlin" disst dann auch noch Peter Fox, was wirklich deplatziert ist.
Wer nicht eingeschläfert werden möchte, ist mit der letztjährigen Veröffentlichung besser bedient. Ein wirkliches Highlight befindet sich dennoch ganz hinten auf dem Album. "I Might" rückt Frans zerbrechliche, sanfte Stimme ins perfekte Licht. Und dieser und der versteckte allerletzte Track sind dann auch mal melancholisch und traurig.














