
Der Vorbildcharakter von Fußballstars für die Jugend ist nicht mehr gegeben. Diese Auffassung vertritt der Berliner Sport-Philosoph und Soziologe Gunter Gebauer (68).
„Für mich steht außer Frage - der Fußball hat seinen Vorbild-Charakter verloren“, sagte Gebauer im Interview mit den Stuttgarter Nachrichten (Mittwochausgabe): „Ich glaube auch gar nicht, dass die Profis diesen Anspruch noch reklamieren. Weder auf dem Platz noch privat. Diese Zeiten sind vorbei, und das Publikum will das auch gar nicht.“
Bundestrainer Joachim Löw spricht er dagegen eine therapeutische Wirkung zu. Gebauer: „Er hat eine natürliche Autorität, einen pflegerischen Auftritt, sanfte Stimme, badischer Dialekt. Er ist der Tröster der Nation.“
Laut Gebauer sei der Sport längst keine Triebfeder mehr für die Integration. „Das wird schon seit 30 Jahren in vielen Fensterreden gepriesen. Ich habe das mit meinen Mitarbeitern lange Zeit untersucht“, sagt Gebauer, „die Ergebnisse sind ernüchternd.“ Sport könne integrieren, aber genauso gut ausschließen.
Text: Von unseren Agenturen














