Fußball-Europameisterschaft

Sommer-Märchen nimmt Fahrt auf

Fußballfieber, Fahnenmeer, Fangesänge: Der Andrang auf die Public-Viewing-Zonen in Deutschland wächst weiter an. Beim 2:1-Sieg der deutschen Mannschaft am Sonntag gegen Dänemark wurden vielerorts Besucherrekorde vermeldet - und endlich spielte auch das Wetter mit. Bei über 20 Grad stieg die Stimmung noch einmal an und erreichte das Niveau vom Sommermärchen 2006.

Allein in Berlin tummelten sich mehrere Hunderttausende auf der zentralen Fan-Meile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule. Die Veranstalter mussten die Tore frühzeitig vor Anpfiff schließen. „Ich hatte das Gefühl, dass noch mehr Leute kamen als sonst“, sagte Anja Marx von der veranstaltenden Kongress-Agentur und sprach von über 400.000 Besuchern.

Laut Polizei verliefen die Feierlichkeiten in Berlin weitgehend friedlich. Lediglich einige Freunde der Pyrotechnik sorgten in Nähe des Brandenburger Tor für Ärger. Nachdem die Hobby-Pyromanen ihre Feuerwerkskörper im Fünf-Minuten-Takt entzündeten, griffen Sicherheitskräfte hart durch und zogen die Störenfriede aus der Menge. „Es geht nicht anders. Wir müssen die anderen Besucher schützen“, sagte Marx.

Wachsende Euphorie in der Heimat


Im fernen Lwiw nahm die Nationalelf die wachsende Euphorie in der Heimat mit großer Freude zur Kenntnis. „Ich habe gehört, allein in Berlin waren wieder eine halbe Millionen Besucher auf der Fanmeile. Darüber freuen wir uns sehr. Die Mannschaft bekommt die tolle Unterstützung mit“, sagte Bundestrainer Joachim Löw.

Löw ist längst der Star im Public-Viewing-Sektor. Die Jogi-Perücke mit den schwarzen Zottelhaaren, gerne um rote und goldene Strähnen erweitert, ist der Hit beim Fußball-Anhang. In Berlin verschrieben sich ganze Jungengruppen dem Löw-Look und mischten sich als Bundestrainer unters Volk. Aber auch die scharz-rote-gelbe Blumenkette oder die deutsche Ganz-Körper-Flagge standen bei den meist jungen Besuchern hoch im Kurs.

In Hamburg vermeldeten die Veranstalter der zentralen Party auf dem Heiligengeistfeld in Nachbarschaft zum Millerntor-Stadion ebenfalls einen Rekord. 65.000 Besucher kamen zum Dänemark-Spiel und übertrafen die bisherige Top-Marke aus der Partie gegen die Niederlande um 5000. Laut Polizei sei zum Spiel gegen Griechenland am Freitag (20.45 Uhr) mit einer weiteren Steigerung zu rechnen. Immerhin biete das Feld 70.000 Menschen Platz, zudem sei in Hamburg mittlerweile eine große griechische Gemeinde zu Hause.

Tausende beim Public-Viewing


Auch die Lanxess-Arena in Köln lockte als zentrale Public-Viewing-Party von NRW wieder mehrere tausend Gäste an. „Das Fazit fällt durchweg positiv aus. Wir hatten eine euphorische und friedliche Stimmung, daran hat natürlich auch die deutsche Mannschaft mit ihren Leistungen einen großen Anteil“, sagte Pressesprecher Thomas Grenke.

In München strömten 10.000 Fans zum Rudelgucken ins Olympiastadion. Auch hier war das gemeinsame Fußballerlebnis ein großer Spaß. Laut Polizei kam es zu keinen nennenswerten Zwischenfällen. Lediglich nach dem Spiel wurden außerhalb des Stadions vier Böller gezündet. Am Chinesischen Turm im Englischen Garten verfolgten ca. 2500 Fans die Begegnung.

Nach Spielende strömten die Fans in München aus den Lokalen auf die Leopoldstraße, wo sich in der Spitze rund 3000 Fans befanden. Die Leopoldstraße musste zeitweise vom Siegestor bis zur Herzogstraße gesperrt werden. In Frankfurt kamen 13.000 Besucher in die Commerzbank-Arena und genossen einen weitgehend friedlich-fröhlichen Abend.

Text: Von unseren Agenturen

Diese News wurde am 18.06.2012 um 18:12 Uhr von Redaktion veröffentlicht.
Um einen Kommentar schreiben zu können, musst Du angemeldet und eingeloggt sein.
Noch keinen Account? Jetzt registrieren.
Oder bestehenden Zugang nutzen:
Hier neu registrieren.
Hier neues Passwort anfordern.

Aktivitäten Deiner Freunde

NWZ-Inside Webradio

NWZ TV: Region

NWZ-Inside auf facebook und twitter